Bowenville ist ein kleiner Ort, drei Stunden westlich von Brisbane. Zuverlässlichen Quellen zufolge gibt es hier exakt 27 Häuser, ein Postoffice, eine Tankstelle mit einer Zapfsäule :D, eine Schule, eine Kirche und eine Erinnerungsstätte für was auch immer, ein Cricketfeld, zwei Bahnübergänge, ein Feuerwehrhäuschen, einen winzigen Spielplatz, eine Farm und, ACHTUNG, einen Pub namens "Bowenville Hotel".
Früher war es üblich, nach dem Besuch im Pub auch direkt dort zu übernachten. So wie das hier abläuft, auch keine große Überraschung. Daher heißen heutige Pubs oft noch Hotel, auch wenn sie keine Unterkunft anbieten.
Man stelle sich meine Arbeit wie folgt vor: Wenn ein Auto vor dem Pub abparkt, ist das, als würde in Deutschland ein Flugzeug vor der Kneipe landen. Kommt also nicht oft vor. Wenn die Insassen aussteigen, renne ich zum Zapfhahn und zapfe das entsprechende Bier. Und ja, ich weiß hier von (fast) jedem die Sorte. Das Bier steht also auf dem Tresen, das Geld wird dazu geschmissen und ich nehme mir, was ich brauche.
Ist ein Glas alle, wird hier nicht gefragt, ob der Besucher ein weiteres wünscht, nein, es wird sofort ein neues serviert. Das Geld bleibt die ganze Zeit sichtbar liegen und ich kassiere nach jedem Getränk ab. Solange bis wir entweder schließen, derjenige nach Hause gebracht wird oder das leere Glas auf den Tisch gelegt wird. Unglaublich sage ich euch.
Essen kann man hier auch. Bestellt und bezahlt wird am Tresen. In Australien wird generell nicht an den Tisch serviert. Ihr zu Hause könnt also froh sein, bedient zu werden ;)
Das andere Phänomen des wirklichen australischen Lebens: die Spielsucht. Wir bieten ein Wettspiel namens "Keno" an, wo die Leute mal eben den ganzen Tag ihr Geld zum Fenster rauswerfen. Ist ja auch nicht so realistisch bei einem Spiel zu gewinnen, bei dem aus 80 Kugeln 20 gezogen werden. Weiterhin laufen Pferde- oder Hunderennen auf dem Flatescreen und meine Chefin übermittelt die Wetten per Laptop.
Ich war froh, dass ich erstmal eine Weile von der typischen Backpackerroute abweichen konnte, aber der Alltag für Farm-, Mienen oder sonstige Arbeiter ist doch ein wenig erschreckend. Einige sind entweder arbeiten oder hier im Pub. Das heißt, sie verbringen auch gerne mal 11 Stunden an einem Samtag trinkend im Bowenville Hotel.
Aber muss ja jeder selber wissen. Ich hab mich nach 2 Wochen auf jeden Fall gut eingelebt. Ich habe ein eigenes großes Zimmer, nach 2 Monaten Hostel echt Luxus, mit Flatescreen gegenüber vom Bett, einer Wii mit Balance Board für Joga :), ein eigenes Bad en suite, Wifi, Vollverpflegung mit leckerem Essen und einen lustigen Hund.
Und irgendwas ist ja immer. Entweder jagen Jojo, ein Irin mit der ich in der ersten Woche zusammen gearbeitet habe, und ich nach einer 12 Stunden Schicht bis nachts um zwei Frösche durch unser Zimmer oder ich finde eine Echse in meinem Bad. Letzteres ist gerade eben passiert und ich weiß noch nicht, was ich mit ihr mache :)
Bowenville - eine gute Möglichkeit Geld zu verdienen :) Auf zwei weitere aufregende Wochen bevor es per Flug (aaaaaaaah!!! nicht schon wieder) nach Cairns geht........ Fortsetzung folgt :)

oh die cool, solche Nachbarn hätte ich auch gern!!! das klingt alles super spannend. Hundewetten also.... Pferdewetten aha.
AntwortenLöschenwenn du nach hause kommst, gehen wir also auf die Pferderennbahn und du sagst uns, worauf wir wetten sollen. cool!
ps: ich hoffe, du hast die Echse behalten.