Sonntag, 11. März 2012

Ich im Outback.


Von Adelaide ging es mit einer Tour in Richtung Alice Springs. Am Anfang war ich ein wenig enttäuscht, aber wenn man bedenkt, wo wir entlang gefahren sind, kann man nicht mehr Entertainment erwarten. Circa 1600 km in nahezu unbewohnten Outbackgebiet hieß es zu überwinden und es ist verständlich, dass wir die meiste Zeit im Bus saßen.
Am ersten Tag haben wir eine kurze Wanderung gemacht und dann nach einem Barbeque in Swags ( = Riesige Schlafsäcke, in die man mit einem normalen Schlafsack reinschlüft, teilweise mit Insektenschutznetz.) unter dem Sternhimmel geschlafen. Am zweiten Tag sind wir nach Coober Pedi gefahren, das weltweit größte Opalabbaugebiet. Dort wurden und werden Häuser unter der Erde gebaut, um vor der Hitze im Sommer und der Kälte im Winter geschützt zu sein. Ich habe eindeutig zu viele Horrorfilme geguckt, denn die ganze Stadt war mir suspekt und zu gruselig. Wir haben dann alle zusammen Untertage geschlafen. Am Anfang eine komische Vorstellung, aber am Ende doch mega lustig und ja auch einzigartig. Am dritten Tag ging es noch ganze 8 Stunden im Bus nach Alice Springs...



In Alice Springs angekommen, hatte ich vom ersten Moment an ein unangenehmes Gefühl. Die Stadt hat ca. 20000 Einwohner, ist aber trotzdem wie ausgestorben. In einer Straße in der Innenstadt sind mal wirklich alle Geschäfte leerstehend. Weiterhin gibt es hier so viele Aborigines, die auf der Straße und in Parks herumlungern. Ich habe erlebt, wie die betrunken Leute, inklusive mir, vollquatschen, wie ein Aboriginemann seine Aboriginefreundin mitten am Tag neben mir angreift, weil sie scheinbar etwas von ihm geklaut hat und wie sie im ausgetrocknetem Flussbett sitzen und erst mal ein Feuer machen. Sobald es dunkel wird, soll man auch nicht mehr alleine draußen rumlaufen und so fühle ich mich doch etwas eingeengt in Alice Springs.
Dafür war die zweite Tour, die ich gemacht habe, um so schöner. Es ging für 3 Tage ins Outback! Am ersten Tag waren wir 6 km im Kings Canyon wandern. Wunderschön. Die Felswände sind 270 m hoch und verbergen Wasserlöcher, den "Garden of Eden", ein unglaublich grüner Palmenwald mit einem kleinen Flüsschen, und die "Lost City".

Kings Canyon.

Lost City.
Die Nacht haben wir wieder im Swag unter'm Sternenhimmel verbracht. In der Ferne haben die Dingos geheult. Am nächsten Morgen ging es endlich zum Uluru, dem Ayers Rock. In der prallen Mittagssonne sind wir einmal drumherum gelaufen, ganze 10,6 km in 3 Stunden und knapp 3 l getrunkenem und über den Körper gegossenem Wasser. Es war echt der Wahnsinn den riesen Klotz live zu sehen. Und so anders, als ich es mir vorgestellt habe. Die Oberfläche ist überall unterschiedlich, so ist es einmal glatt und an einer anderen Stelle findet man eine riesen Höhle mitten in der Steinwand. Es gab Höhlen mit Wandmalerei, in denen die Aborigines früher gelebt haben... der Uluru ist 348 m hoch und das ist nur ein Drittel, der Rest befindet sich unter der Erde. Wir haben den Sonnenunter- und -aufgang dort erlebt und es war einfach unglaublich schön.
Am zweiten Abend gab es wieder ein BBQ, typisch für Australien. Auf dieser Tour etwas exklusiver mit Rind- und Kängurusteak sowie Kamelwürstchen. Lecker. Kängurus sind nicht nur süß sondern auch echt schmackhaft :)
Am letzten Tag waren wir bei den Kata Tjutas, auch Olgas genannt. Die "Berggruppe" steht nicht weit entfernt vom Uluru und ist ebenfalls ziemlich beeindruckend. Es sind insgesamt 36 "Felsköpfe", teilweise 200 m höher als der Uluru selbst. Was haben wir hier gemacht? Natürlich noch eine Wanderung. Auf 5 km ging es zwischen den Felsen durch Schluchten und über Flüsschen.
Ich fasse das Ganze mal zusammen: in drei Tagen sind wir knapp 22 km gewandert. Bei 30 Grad Celcius und Sonnenschein. Anstrengend aber gut!
 
Uluru.

Auch der Uluru.

Sonnenuntergang.
Schlafen im Swag.
Sonnenaufgang.
 
Kata Tjuta - Die Olgas.
Zurück in Alice Springs arbeite ich am Pool an meinem Teint und genieße das Nichtstun, bevor es in Sydney wieder ein "wenig" hektischer wird. 9 Tage bis zum Rückflug.

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