Donnerstag, 16. Februar 2012

Great Ocean Road und die Grampians

Wer als richtiger Backpacker nach Hause fahren will, muss vorher einen Roadtrip gemacht haben. Während andere einen Campervan kaufen und dort drin ewig reisen und leben, haben mir 6 Tage gereicht :)
Von Melbourne aus sind wir zu dritt in einem Campervan der billigsten Vermietung losgefahren. Warum ich den Preis erwähne? Dazu komme ich gleich... Am ersten Tag sind wir ca. 240 km Richtung Westen an der Küste entlang gerattert, haben die wunderschöne Aussicht genossen und sind abends bei kühlen Temperaturen und Regen im Nationalpark angekommen. Dort haben wir das Auto nur schief abstellen können, haben den hinteren Teil des Wagens nicht richtig zur Liegefläche umbauen können und haben somit eine erholsame Nacht verbracht...
Am nächsten Morgen bin ich, sage und schreibe, 10 km bis zu einem Leuchtturm gefahren. Als ich ausparken wollte, musste ich mit der Gangschaltung kämpfen, bis ich mit meinen Mechanikerkenntnissen feststellen musste, das wir einen Getriebeschaden haben. Oh mein Gott, da ging der Tag doch gut los!!!
Wir waren mitten in der Pampa und hatten somit keinen Handyempfang. Unser Glück war, dass wir noch auf dem Parkplatz des Leuchtturms waren und dort das Telefon benutzen konnten. 10.30 Uhr habe ich das erste Mal auf der Notfallhotline angerufen - 12.45 Uhr kam die Pannenhilfe, allerdings ohne Abschlepper - 18.45 Uhr kam ein neues Auto. Das hat gezeigt, dass Australien riesig ist und alles etwas länger dauert.

Das alte Auto. So standen wir den ganzen Tag und haben die Blicke auf uns gezogen.
Sieht doch gleich besser aus, oder!?

Aber damit war es nicht beendet. Zwar hatten wir ein neueres und luxeriöseres Auto, mit elektrischen Vorhängen, Klimaanlage und Kamera für's Rückwärtsfahren und vorallem AUTOMATIKGETRIEBE :D, dafür aber mit leuchtender Reservetankleuchte und nicht lösbarer Handbremse. Es war unglaublich. Hatte ich schon erwähnt, dass wir mitten in der Pampa waren und Australien riesig ist?
Der Pannenhilfemann hat uns die Handbremse zum Glück lösen können und danach haben wir sie einfach nie wieder angezogen. Auf dem Weg in den nächsten, 30 Minuten entfernten, Ort haben wir gezittert, waren aber richtig erleichtert, dass da doch wirklich eine Tankstelle war. Dummerweise hatte die seit 17 Uhr zu. Da es in Australien verboten ist wild zu campen, mussten wir uns einen Parkplatz auf Privatgelände suchen. Ich klopfe also an der erstbesten Tür und als mir geöffnet wurde, schossen mir alle Horrorfilme, die ich in meinem Leben schon gesehen habe durch den Kopf:
Drei deutsche Backpacker stehen im Nebel und Nieselregen, abends in der Dämmerung in einem kleinen Kaff und klopfen an eine Tür. DIe Tür knarckst und ein schwaches Licht fällt auf einen alten Mann mit Vollbart, dafür aber ohne Zähne (okay, er hatte noch 5-8), der am Unterarm Blut hatte. War es aber sein eigenes Blut??? Ich habe mich trotzdem entschlossen zu fragen, ob wir über nacht vor seinem Haus parken dürfen und er meinte nur "Ach, mich juckt das nicht." Am nächsten Morgen ist er auf einem alten Motorrad weggefahren und hat noch kurz gegrüßt, als passiert ihm das ständig. Wir konnten dann endlich tanken und unsere Tour ging weiter...





Wir haben uns die Naturwunder der Great Ocean Road angesehen. Die Straße wurde direkt an der Küste entlang gebaut und schlengelt sich mit Serpentinen 240 km lang dahin. Wunderschöne Aussicht. Danach sind wir für 24 Stunden in einen Nationalpark gefahren: Die Grampians. Dort haben wir Wasserfälle gesehen und fast Kängurus umgefahren, sind für bessere Fotos über Absprerrungen geklettert, haben auf den Spuren der Aboriginies alte Felsmalereien gefunden und wollten wandern gehen. Aus wandern wurde dann klettern. Ich will nach dieser "mittel schweren" Strecke mal eine "schwere" sehen. Wir mussten steile Berge hochlaufen, durch einen Wald wandern und zum Abschluss durch Schluchten und auf den Berggipfel klettern. Zum Glück sind wir zeitig in der Frühe los, denn in der Sonne hätte ich das definitv nicht überlebt. Der Weg war auch nicht offensichtlich, sondern man sucht dort immer nach kleinen gelben Pfeilen auf Felsen. Auf dem Weg vom Gipfel herunter, waren wir auch ca. 5 Minuten planlos am suchen :D Hat aber richtig Spaß gemacht.


Marius und Sophie
Ich habe übrigens nicht nach unten geguckt...
Dort sind wir hoch gelaufen. Es war genau so schlimm, wie es aussieht :)
Der Weg nach oben.
Oben angekommen. und schon wieder so hoch...

Danach sind wir noch 10 Stunden über kilometerlange gerade Straßen, mit einem kurzen Stopp zum Essen und Schlafen, nach Adelaide gafahren. Nach 6 Tagen und ca. 1360 km war der Spaß dann leider schon zu Ende.

1 Kommentar:

  1. Das Klippen- Foto ist der Oberhammer! Du kleiner Outdoor- Weltentdecker!!!

    Und den Teil mit dem Van finde ich auch toll! ;-)

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